19 Hanjin-Schiffe sind nach Insolvenz noch auf See

Fast zwei Monate nach der Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin ist die Zukunft des Unternehmens weiter unklar. Bis zum Mittwoch sei die Ladung von 78 der 97 betroffenen Containerschiffe gelöscht worden, sagte eine Firmensprecherin in Seoul. Folglich sind noch 19 Schiffe samt Ladung auf See sowie viele weitere ohne Ladung.

Der Insolvenzantrag der vormals weltweit siebtgrößten Containerreederei Ende August hatte in vielen Teilen der Welt zu Unterbrechungen von Lieferketten geführt. Auch in Hamburg warteten Händler auf Artikel, zum Beispiel für das Weihnachtsgeschäft. Zahlreiche vollgeladene Hanjin-Schiffe wurden gezwungen, auf offener See zu warten, weil ihnen aus Sorge über Gebührenausfälle teilweise die Zufahrt zu Häfen verweigert wurde. In Hamburg wartete die „Hanjin Europe“ mehrere Wochen auf ihre Entladung. Mittlerweile wurde die Ladung von zwei weiteren Schiffen, der „Hanjin Harmony“ und der „Hanjin Africa“, in der Hansestadt gelöscht. Die „Hanjin Gold“ ist auf dem Weg nach Hamburg. Die Schiffe durften Rotterdam oder andere europäische Häfen nicht anlaufen und luden deshalb zum Teil ihre gesamte Ladung in Hamburg ab, was sonst nicht üblich ist.

Hanjin will neben dem geplanten Verkauf wichtiger Frachtrouten mehr als die Hälfte der Beschäftigten auf dem Land entlassen. Von den 700 Mitarbeitern an Land sollen 400 das Unternehmen verlassen, so die Sprecherin. Ob Abfindungen gezahlt werden, war unklar. Die Reederei beschäftigt außerdem noch mehr als 700 Menschen, die auf See tätig sind. Trotz der Insolvenz hofft Hanjin, sich noch sanieren zu können. Um an Geld zu kommen, sollen neben Schiffen im Eigenbesitz auch das Routennetz zwischen den USA und Asien sowie einige asiatische Frachtrouten veräußert werden.